Nachtdienstkontrolle der Ärzte: Neuer Anlauf

Der Arbeitsaufwand der Ärzte im Nachtdienst soll dokumentiert werden. Der Krankenanstaltenverbund (KAV) und die Ärzte unternehmen heute einen neuen Anlauf. Im Dezember gab es Proteste, weil der Pilotversuch nicht abgestimmt war.

„Mit dem Gespräch soll das Thema wieder auf die sachliche Ebene gehoben werden“, sagt Wolfgang Weismüller, Vorsitzender des Personalgruppenausschusses der Ärztinnen und Ärzte im KAV. Es ist klar, man muss feststellen, wo wie viele Ärzte gebraucht werden. „Man muss das allerdings auf eine sachliche Art und Weise tun und es muss von vornherein klar sein, dass eben auch das Ergebnis sein kann, dass man mehr Ärzte braucht, dass es hier nicht nur um eventuelle Einsparungen geht.“

Der Verhandlungstisch ist hochrangig besetzt: sogar der Generaldirektor des KAV, Udo Janßen, ist dabei, wenn Personalvertretung, Vertreter der ärztlichen Direktoren, der Primarärzte, des Mittelbaus, der Turnusärzte und der Ärztekammer sowie der medizinischen Beraterfirma Ebner & Hohenauer zusammenkommen.

Projekt nach Aufschrei verschoben

Im Dezember gab es eine große Entrüstung, als bekannt wurde, dass im Jänner Ärzte für sieben Wochen in drei Abteilungen an zwei KAV-Spitälern ein Überwachungsgerät bei sich führen müssen – mehr dazu in Spitalsärzte: Aufregung wegen „Überwachung“. Das Projekt musste letztlich verschoben werden – mehr dazu in KAV: Nachtdienstprüfung verschoben.

Einsparungen befürchtet

Die Ärzte wehren sich gegen den Vorwurf, dass sie Angst vor einer Dokumentation ihres Arbeitsaufwandes im Nachtdienst haben. Weismüller sagt, ihre größte Sorge sei, dass es dem KAV lediglich um die Suche nach Einsparungsmöglichkeiten geht.

Sollte es tatsächlich wo zu viele Ärzte geben würden sich die Ärzte auch nicht gegen Einsparungen wehren, kündigt Weismüller an. „Es geht nur darum, dass man in 95 Prozent der Fälle draufkommen werde, dass man dort mehr Ärzte braucht und dann kann es eben nicht sein, dass man sagt, mehr haben wir nicht, aber dort, wo eventuell es noch ausreichend ist, dann sparen wir auch noch ein“.

Art der Dokumentation noch nicht fix

Bei den Verhandlungen wird auch geklärt, in welcher Form der Arbeitsaufwand dokumentiert werden soll. Noch sei nicht klar, ob es – wie vom KAV geplant – ein Smartphone-ähnliches Gerät wird. Für die Personalvertreter ist oberste Bedingung, dass es durch die Zeiterfassung nicht zu einer Mehrbelastung der Ärzte kommt oder eventuell gar zu einer Gefährdung der Patienten, weil die Ärzte damit beschäftigt sind, Zeiterfassung zu machen anstatt sich um die Patienten zu kümmern, fordert Weismüller.

 

 

Quelle: http://wien.orf.at/news/stories/2760318/

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