Früherkennung stoppt den Grünen Star

80.000 Österreicher sind von der heimtückischen Erkrankung betroffen, die anfangs keine Beschwerden macht.

Früherkennung stoppt den Grünen Star

Bild: VOLKER WEIHBOLD

„Beim klassisch-chronischen Glaukom ist die Sehschärfe nämlich lange Zeit nicht beeinträchtigt, während jedoch die Nervenfasern der Netzhaut und des Sehnervs zerstört werden. Dies führt zu Gesichtsfeldausfällen, die lange nicht bemerkt werden, weil unser Gehirn das quasi ausmerzen kann“, sagt Universitätsprofessor Christoph Faschinger, Facharzt für Augenheilkunde und stellvertretender Vorstand der Universitäts-Augenklinik in Graz.

Ab 40 regelmäßig zum Check

Das Glaukom kann jeden treffen – prominentester Patient ist wahrscheinlich U2-Sänger Bono. Auch ORF-Moderator Wolfram Pirchner ist Patient. Im Rahmen einer Kontrolluntersuchung beim Augenarzt wurde bei ihm vor vier Jahren die Diagnose gestellt. „Seither tropfe ich täglich meine Augen ein und lebe wie immer. Das Glück ist, dass wir in einem Land leben, wo diese Untersuchung zum Standard beim Augenarzt gehört“, sagt er und betrachtet sich „als Beispiel gut funktionierender Früherkennung.“ Jeder sollte ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich zur Glaukomkontrolle zum Augenarzt gehen. Dank der technischen und therapeutischen Möglichkeiten ist die Diagnose dieser Erkrankung heute in einem sehr frühen Stadium möglich.

Die Untersuchung ist schmerzfrei: Dabei werden der Augendruck gemessen, die Sehschärfe überprüft, Sehnervenkopf und Netzhautnervenfasern mittels Laser untersucht, sowie bei Bedarf eine Gesichtsfeldbestimmung gemacht.

Dank regelmäßiger Kontrolle wurde bei Wolfram Pirchner die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt, der Sehnerv konnte vor einer Schädigung bewahrt werden. Das ist allerdings nicht der Regelfall, wie Augenärzte aus ihrer Berufspraxis wissen. „Leider kommt es viel zu oft vor, dass Menschen erst dann zu uns kommen, wenn sie sehr konkrete Auswirkungen des Glaukoms bemerken, unsicher gehen, über Dinge stolpern und gegen Türrahmen stoßen. Das sind bereits Anzeichen für Gesichtsfeldausfälle, die langsam zunehmen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Sehnerv leider schon geschädigt“, sagt Augenarzt Fasching.

Von den in Österreich 80.000 Glaukom-Erkrankten sind bereits 35.000 sehbehindert und in ihrem Alltag einschränkt.

Alltägliche Dinge wie Einkauf und Haushalt können nicht mehr ohne Hilfe bewältigt werden.

Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Frueherkennung-stoppt-den-Gruenen-Star;art114,2173024

health-job.eu auf Facebook

Die Seite befindet sich im Demo-Modus. Verstanden